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25. Mai 2015

Für Klima, Umwelt und Landwirtschaft in Worms – gegen maßlosen Flächenverbrauch

Geschafft! - Bürgerengagement war erfolgreich:

 

Pläne für das Gewerbegebiet wurden
„dem Feldhamster zum Fraß vorgeworfen″

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Vorkaufsrecht der Stadt Worms für das Gebiet am Hohen Stein aufgehoben

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Jetzt fehlt noch der Raumordnungsplan: Vorrang für Landwirtschaft statt für Industrie

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1. März 2013

Gewerbegebiet Hoher Stein – der BUND Worms sagt „Nein!“


Seit mehr als 20 Jahren ist ein neues Gewerbegebiet „Auf dem hohen Stein“ zwischen Heppenheim und Pfeddersheim im Gespräch. Als Alternativen werden genannt: Ergänzung zum Industrie-Gebiet Worms Nord und im Süden zwischen Renolit und Kolpingstraße. Im Norden möchte man jedoch die Rheinfront nicht vollends zubauen und im Süden sind Probleme mit Anwohnern zu befürchten. Die politisch wohl einfachste und mit seiner immensen Größe von 140 ha und der guten Verkehrsanbindung wohl auch attraktivste Lösung, ist das Gewerbegebiet „Auf dem hohen Stein“. Es ist aber sicherlich auch die Lösung mit den größten Nachteilen für Mensch und Umwelt. Deshalb spricht sich der BUND Worms entschieden gegen das neue Gewerbegebiet aus.

„Täglich werden in Deutschland etwa 80 ha freie Fläche neu zubetoniert, obwohl sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat den Flächenverbrauch drastisch zu verringern. Wir sollten endlich aufhören riesige Gewerbeflächen auf der grünen Wiese zu bauen, die wiederum neuen Verkehr und somit neue Straßen mit sich bringen. Ich denke mit Schrecken an die Diskussion zum drohenden  sechsspurigen Ausbau der A 61.“, so Uli Weiß, Vorstandsmitglied der BUND Kreisgruppe Worms. „Worms hat sein Soll an Logistik- und Transportunternehmen schon lange erfüllt. Und mit der aktuellen Umsetzung des Verkehrskonzeptes ist auch im Straßenbau und der Flächenversieglung das Maß voll – es reicht!“, so Weiß weiter.

Der Flächenverbrauch ist mit erheblichen Nachteilen für Mensch, Umwelt und Landwirtschaft verbunden. Landwirtschaftlich nutzbare Fläche geht unwiderruflich verloren und gefährdet langfristig die Nahrungsmittelversorgung. Die Landschaftszerschneidung trägt zum Artensterben bei und die Flächenversiegelung stört den Wasserhaushalt. Das erhöhte Verkehrsaufkommen durch ein neues Gewerbegebiet beschleunigt den Klimawandel. Zudem ist zu befürchten, dass mit der Ansiedlung des Gewerbegebiets "Am Hohen Stein" quasi ein neuer Stadtteil innerhalb eines bislang nicht besiedelten Raums entstehen wird. Und schlussendlich befindet sich das geplante Gewerbegebiet auf einem Höhenrücken mit einem Kaltluft-Entstehungsgebiet, das für die Frischluftversorgung der Stadt Worms wichtig ist. Das war schon Ergebnis der Gutachten aus den 80er Jahren, als man hier eine Mülldeponie hin bauen wollte. Es werden wichtige Ventilationsbahnen von Frischluftschneisen für das Innenstadtklima verbaut.

Bevor ein riesiges Gewerbegebiet aus dem Boden gestampft wird, braucht die Stadt ein schlüssiges Entwicklungskonzept, in dem geklärt wird, welche Branchen man überhaupt ansiedeln möchte. Stichwort: Qualität vor Quantität.
Es müssen auch die Möglichkeiten der Kooperation mit den Nachbargemeinden ausgelotet werden. Sowohl Monsheim als auch Osthofen sind da interessante Gesprächspartner.
Und noch ein Schritt weiter, sollte Worms, als Teil der Metropolregion Rhein-Neckar, auch dieses Gebiet in die Betrachtungen einschließen. Allein in Mannheim entstehen im Rahmen von Konversionsprojekten rund 800 ha Gewerbeflächen, in der gesamten Metropolregion stehen ca. 2.900 ha zur Ansiedlung von Gewerbe zur Verfügung.

Das Schließen vorhandener Lücken, die Sanierung und Nutzung bestehender Industrieflächen und ein „Blick über den Tellerrand“, gepaart mit einer geschickten Ansiedlungspolitik müssen die Alternativen sein und das politische Handeln bestimmen. Wir brauchen Arbeitsplätze, keine Frage. Wir brauchen aber auch eine Stadt die lebenswert ist, in der wir gute Luft atmen können und in der wir unsere Zeit gerne verbringen.



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