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3. März 2013

Fukushima mahnt: Atomanlagen abschalten!


Auch nach 2 Jahren ist der Super-GAU von Fukushima allgegenwärtig.

Wir wollen an die Katastrophe erinnern und ein Zeichen für einen noch schnelleren Ausstieg setzen.
Bundesweit und in unseren Nachbarländern wird es dazu am 09.03.2013 große Aktionen geben: AKW Grohnde, AKW Gundremmingen, AKW Neckarwestheim, Urananreicherungsanlage Gronau.

Die BUND-Kreisgruppe Worms lädt alle ein, dabei zu sein.
Da das AKW Neckarwestheim am schnellsten zu erreichen ist, bietet sich die Möglichkeit ab Bensheim mit einem zu diesem Zweck gemieteten Bus mitzufahren.

Kontakt und Anmeldung unter beckmailaender@web.de.

Der Treffpunkt vor Ort ist 13 Uhr am Bahnhof von Kirchheim. Deshalb bietet sich auch eine Zugfahrt direkt nach Kirchheim an.

Wir freuen uns, viele von Euch dort zu sehen!

24. Februar 2013

2 Jahre Fukushima - Aus und Schluss für Neckarwestheim 2!



Am Samstag, den 09. März 2013, zwei Jahre nach Beginn der atomaren Katastrophe in Fukushima, wird es  Demos und Aktionen an verschiedenen Standorten geben.





2012  - Sechs Demonstrationen und Aktionen - 2012

Am Sonntag, den 11. März 2012, ein Jahr nach Beginn der atomaren Katastrophe in Fukushima, wird es sechs große Demos und Aktionen in verschiedenen Städten und an Atomstandorten geben.

Wir werden uns an der Demonstration in Neckarwestheim beteiligen, wo ja – wie in Phillipsburg - das AKW noch bis 2022 weiter laufen soll.

Unsere Freunde von AK.W.ENDE Bergstraße organisieren gemeinsam mit "AtomkraftENDE Darmstadt" Busse. Für die Planung bitten sie alle, die mitfahren wollen, um baldige Anmeldungen!

Hier die Daten:
Fahrpreis: 15€/7.50€ Ermäßigte
Abfahrt: 10 Uhr Darmstadt Europaplatz/HBF
10.30 Uhr Bensheim Bahnhof
10.45 Uhr Heppenheim Halber Mond
Rückfahrt Neckarwestheim: ca. 16 Uhr
Info und Anmeldung : akwende@googlemail.com
oder wambli51@googlemail.com

Weitere Infos findet ihr unter
http://anti-atom-demo.de/start/aufruf/als-organisation-unterstuetzen/
und
http://www.endlichabschalten.de/

Für uns Wormser bietet sich Bensheim als Ein-/Ausstiegsort an.
Hier die möglichen Verbindungen des VRN
Hin ab Worms:
9:07 Uhr Bus - Ankunft Bensheim 9:54 Uhr
Zurück ab Bensheim:
16:05 Uhr Bus - Ankunft Worms 16:45 Uhr
17:12 Uhr Zug - Ankunft Worms 17:41 Uhr

Wenn ihr plant teilzunehemen, könnt ihr uns mit einer kurzen Email informieren.

12. Februar 2012

1 Jahr Fukushima - Aus und Schluss für Neckarwestheim 2!


2012  - Sechs Demonstrationen und Aktionen - 2012

Am Sonntag, den 11. März 2012, ein Jahr nach Beginn der atomaren Katastrophe in Fukushima, wird es sechs große Demos und Aktionen in verschiedenen Städten und an Atomstandorten geben.

Wir werden uns an der an der Demonstration in Neckarwestheim beteiligen, wo ja – wie in Phillipsburg - das AKW noch bis 2022 weiter laufen soll.

Unsere Freunde von AK.W.ENDE Bergstraße organisieren gemeinsam mit "AtomkraftENDE Darmstadt" Busse. Für die Planung bitten sie alle, die mitfahren wollen, um baldige Anmeldungen!

Hier die Daten:
Fahrpreis: 15€/7.50€ Ermäßigte
Abfahrt: 10 Uhr Darmstadt Europaplatz/HBF
10.30 Uhr Bensheim Bahnhof
10.45 Uhr Heppenheim Halber Mond
Rückfahrt Neckarwestheim: ca. 16 Uhr
Info und Anmeldung : akwende@googlemail.com
oder wambli51@googlemail.com

Weitere Infos findet ihr unter
http://anti-atom-demo.de/start/aufruf/als-organisation-unterstuetzen/
und
http://www.endlichabschalten.de/

Für uns Wormser bietet sich Bensheim als Ein-/Ausstiegsort an.
Hier die möglichen Verbindungen des VRN
Hin ab Worms:
9:07 Uhr Bus - Ankunft Bensheim 9:54 Uhr
Zurück ab Bensheim:
16:05 Uhr Bus - Ankunft Worms 16:45 Uhr
17:12 Uhr Zug - Ankunft Worms 17:41 Uhr

Wenn ihr plant teilzunehemen, könnt ihr uns mit einer kurzen Email informieren.

7. Februar 2012

Fukushima ist nicht vergessen


Bereits am Samstag, 11. Februar 2012, finden in Tokio und an AKW-Standorten in Japan Proteste statt, zu denen die japanische Anti-AKW-Bewegung aufruft.

Ganz bewusst finden diese Proteste nicht am 11. März 2012, sondern vier Wochen vorher statt, denn im März wird die Trauer um die Opfer des Tsunamis im Mittelpunkt stehen und nicht die Atompolitik.

An vielen Orten soll bundesweit mit Mahnwachen und anderen Aktionen die Verbundenheit mit den Protesten in Japan hergestellt werden.

Die BUND Kreisgruppe Worms lädt alle Interessierten nach Bensheim ein. Dort findet am Samstag, den 11. Februar um 10:00 Uhr am Bürgerwehrbrunnen eine Mahnwache statt. Um 9:17 Uhr fährt ein Zug ab Worms nach Bensheim.

Auf Ökostrom umsteigen

Sie sind gegen Kohle- und Atomstrom?
Und sie wollen etwas tun?

Nutzen sie ihre Verbrauchermacht, kaufen sie auch beim Strom "öko" ein.
Das Wechseln des Stromanbieters ist kinderleicht und ohne Risiko. An ihrer Haustechnik ändert sich nichts. Die Versorgungssicherheit ist weiterhin voll gewährleistet. Aber ihr Geld geht jetzt an Firmen, die eine nachhaltige Energieerzeugung betreiben, ohne Kohle- und Atomstrom!

Alle wirklichen Ökostromanbieter haben wir auf der Seite www.atomausstieg-selber-machen.de dargestellt. Dort bekommen sie viele weitere Informationen und auch gleich die Verträge zum herunterladen, ausfüllen und wegschicken.

Einen Informationsflyer mit Vergleichspreisen können sie sich hier herunterladen:
Atomausstieg_selber_machen_flyera4.pdf (PDF-Datei, 224 kB)

 

 

Der Stromrechner


Einen Stromrechner zum Vergleich der Anbieter bekommen sie hier .
Bei Fragen zum Stromanbieterwechsel wenden sie sich an die kostenfreie Ökostrom-Hotline:0800 - 7 62 68 52
(Werktags 9:00 - 17:00).

24. Juli 2011

Atomausstieg!?


Sekt und Selters: Wir sind noch nicht am Ziel!

Bundestag und Bundesrat haben einen Atomausstieg beschlossen, der nur ein halber Ausstieg ist. Passend zum Ergebnis stoßen wir mit Sekt und Selters an: Sekt für die bisher abgeschalteten AKW und Selters für die noch verbliebenen AKW und die Schwachstellen des Gesetzes.

Wir stoßen an mit Sekt, weil:

  • ... sieben bis acht Atomkraftwerke vom Netz gehen. Das ist ein großer Erfolg von allen Menschen, die in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren gegen Atomenergie demonstriert haben. Darauf stoßen wir an.

Wir stoßen an mit Selters, weil:

  • ...unsichere Atomkraftwerke ungesto¨rt weiterlaufen du¨rfen und zwar noch mindestens elfeinhalb Jahre. Der 31. Dezember 2022 sei der „fru¨hestmo¨gliche Zeitpunkt“ fu¨r einen Atomausstieg, heißt es im Vorwort des schwarz-gelben Atomgesetzentwurfs.
  • ...erst in viereinhalb Jahren nach Merkels Plan ein einziger weiterer Reaktor vom Netz geht. Bis Ende 2019, also in achteinhalb Jahren, fallen nur drei AKW bzw. 4.000 Megawatt Atomstrom weg: Schwa¨cher kann der Anreiz kaum sein, erneuerbare Energien auszu- bauen und Strom einzusparen. Erst 2022 sollen dann – sofern bis dahin niemand das Atomgesetz gea¨ndert hat – binnen zwölf  Monaten die sechs leistungssta¨rksten AKW mit einer Gesamtleistung von 8.600 Megawatt vom Netz.
  • ...die Reaktorsicherheitskommission ju¨ngst allen AKW in Deutschland Sicherheitsma¨ngel attestiert hat, Schwarz-Gelb aber neun Reaktoren ohne Sicherheitsnachru¨stungen jahrelang weiterlaufen lassen will und dies als „absoluten Vorrang der nuklearen Sicherheit“ definiert.
  • ...die Bundesregierung am Weiterbau eines Endlagers in Gorleben festhält – und an den entsprechenden Enteignungsparagrafen im Atomgesetz (§§ 9d-f).
  • ...Schwarz-Gelb einen der bereits abgeschalteten, maroden Hochrisiko- Meiler als „Kaltreserve“ wieder in Betrieb nehmen will. Dieser soll sogar u¨ber die einst von Rot-Gru¨n zugestandenen Reststrommengen hinaus unbegrenzt Atomstrom produzieren du¨rfen – eine kleine Laufzeitverla¨ngerung, bei der alle Sicherheitsbelange hintenanstehen mu¨ssen.
  • ...erst vor wenigen Monaten CDU, CSU und FDP den Paragrafen 7d ins Atomgesetz eingefu¨gt haben. Seither haben Anwohner kein Recht mehr, einen Schutz der AKW gegen Terrorgefahren einzuklagen. Daran ändert sich durch den aktuellen Beschluss nichts.
  • ...Schon einmal, im Jahr 2001, viele glaubten, dass ein „Atom-Konsens“ das stufenweise Ende der Atomkraft besiegele. Dem war leider nicht so. Auch der aktuelle Konsens kann jederzeit wieder rückgängig gemacht werden.

 

Weitere Infos vom BUND

Vom Atomausstieg über den Ausbau erneuerbarer Energie und den beschleunigten Netzausbau bis zur energetischen Gebäudesanierung – die Bundesregierung hat ein riesiges Gesetzespaket verabschiedet, das viele Fragen zum Klimaschutz offen lässt oder diesem sogar entgegensteht.

Der Bundesverband hat die wichtigsten Inhalte des Pakets dokumentiert und kritisch beleuchtet sowie BUND-Forderungen abgeleitet. Hier die Zusammenfassung und Einschätzung der schwarz-gelben Energiepolitik.


Ein paar interessant Links

Eine sehr guter Beitrag zum Thema Laufzeitverlängerung und Atompolitik der schwarz-gelben Regierung.
ZDF-Frontal21-Dokumentation: "Der große Bluff - Die falschen Versprechen der Atompolitik" (Sendung vom 13.07.2010).

Hier der Link zum Sondergutachten 2011 des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) -  "Wege zur 100 % erneuerbaren Stromerzeugung".

17. April 2011

Informationen vom Umweltmediziner Dr. Germann



Nachfolgend Informationen von Dr. Peter Germann, die er bei seiner Teilnahme am Montagsspaziergang am 11.04.2011, vorgetragen hat.

Radioaktive Stoffe und Gesundheit

Trotz vieler Erfahrungen und Erkenntnisse bleiben noch erhebliche Unsicherheiten über die Auswirkungen einer Niedrig-Dosis-Exposition (NDE) auf die menschliche Gesundheit.
Allgemein ist anerkannt, dass Unsicherheiten in Bezug auf die Dosis-Wirkungs-Beziehung bei niedrigen Strahlungen von 100mGy bzw. 100mSv auf den ganzen Körper bestehen.
Die Anzahl der Untersuchungen in Bezug auf Radiobiologie und Radiotoxikologie haben in den letzten Jahrzehnten auch in der EU inklusive bei EURATOM deutlich abgenommen, obwohl die steigende Tendenz Atomkraftwerke zu bauen und die medizinische Diagnostik auszuweiten ebenso deutlich sichtbar geworden ist.
Es existieren 5 grundsätzliche Grenzwert-Modellmöglichkeiten für die Ganzkörperexposition oder Gewebebelastung:
a)    Linear-ohne-Grenzwert
b)    Aufsteigende Kurve ohne Grenzwert
c)    Linear oder aufsteigende Kurzve mit einem Zero-Effekt-Interval unterhalb einer bestimmten Grenwertdosis
d)    Supra-linear (Hypersensitivity)
e)    Komplexe bi-modale Beziehung (mit positivem Effekt oder Hormesis bei niedriger Dosis) (UNSCEAR 2000; CERRIE 2004; NRC 2006; FrenchAcademy 2005; ICRP 2007).

Grundsätzlich wird angenommen, dass es eine Dosis gibt, bei der auchandere Krankheiten als Krebs zu beobachten sind. Allerdings haben neueste epidemiologische Studien gezeigt, dass Herzerkrankungen, Schlaganfall, kognitive Hirnleistungsstörungen und Linsentrübung doch bei erheblich niedrigerer Strahlung auftreten können. Katarakte können bereits bei zehnfach niedriger Dosis auftreten als bis vor kurzem noch angenommen (0,7Sv gegenüber 5Sv). Die dahinterstehenden Mechanismen sind allerdings noch nicht erforscht.
Es wird diskutiert, dass für diese Erkrankungen möglicherweise keine Schwellendosis existiert, sie also wie bösartige Neubildungen als stochastische Strahlenschäden anzusehen sind.
Der Lebenszeit-Risikokoeffizient für strahlenbedingte tödliche Leukämien und Krebs wird auf rund zwölf Prozent pro Sievert bei einer Bevölkerung aller Altersklassen geschätzt. Das heißt, wenn 10.000 Personen mit zehn Millisievert(10mSv)bestrahlt werden, dann werden bis zu ihrem Lebensende 12 Personen zusätzlich an Krebs und Leukämien sterben.Ohne Strahleneinwirkung sterben von 10.000 Personen etwa 2.500 an Krebs und Leukämie.
Die IAEA hat am 23.3.2011 Messungen bis 200 km vom KKW Fukushima durchgeführt: 2-160µSv/h, entspricht 16,8mSv - 1,4Sv!!! pro Jahr. Der Normbereich liegt bei 0,1µSv/h, in einem Jahr dann 0,89mSv.
Ein Flug von Frankfurt nach New York und zurück führt zu einer durchschnittlichen effektiven Dosis von ca. 100 Mikro-Sievert. Durch eine solche Transatlantikreise erhöht sich die mittlere jährliche Strahlenexposition also um ca. fünf Prozent.

Radon:

Dabei nimmt das Risiko um cirka zehn Prozent pro Anstieg der Radonkonzentration um 100 Becquerel pro Kubikmeter zu. So hat beispielsweise eine Person, die dauerhaft einer Radonkonzentration von 100 Becquerel pro Kubikmeter ausgesetzt ist, im Vergleich zu einer Person, die nie Radon ausgesetzt ist, ein um ca. zehn Prozent höheres Lungenkrebsrisiko beziehungsweise eine Person mit 200 Becquerel pro Kubikmeter ein 20 Prozent höheres Risiko und so weiter.
Ein Raucher hat ein ca. 25fach höheres Lungenkrebsrisiko als ein lebenslanger Nichtraucher. Allerdings ist das relative Lungenkrebsrisiko durch Radon für Raucher und lebenslange Nichtraucher vergleichbar hoch im Verhältnis z.B.4 : 100 bei 100 Becq oder 9 : 200 bei 800 Becq.
In Deutschland beträgt die durchschnittliche Radonkonzentration in Wohnungen 49 Becquerel pro Kubikmeter.

Polonium

Polonium-210 besitzt eine hohe Radiotoxizität. Führt die aufgenommene Menge Polonium zu einer Strahlendosis von mehr als ein Sievert, so können akute Erkrankungen bis zum Tod auftreten. Die Aufnahme von etwa 0,1µg(Mikrogramm) Polonium-210 kann innerhalb von wenigen Tagen zum Tod führen.
Die Nachweisgrenze für Polonium-210 im Urin liegt bei ca. 0,5 Millibecquerel pro Liter.

 

Plutonium

Die akute Wirkungen von Plutonium, wie Hautrötung, Entzündungen bei Geweben und Beeinträchtigung der Blutbildung treten erst bei relativ hohen externen Dosiswerten auf (ab etwa 500 mSv). Sehr viel gefährlicher sind Spätwirkungen von Plutonium, das mit der Atemluft, durch Nahrungsaufnahme oder über Wunden in den Körper gelangt ist. Am gefährlichsten wirkt Plutonium bei Inhalation.Nach Absorption in der Lunge verteilt sich Plutonium im Körper und wird im Wesentlichen in den Knochen, der Leber und den Lymphknoten im Atemtrakt angereichert.

Nach Aufnahme von Plutonium mit der Nahrung wird ein großer Teil mit dem Stuhl wieder ausgeschieden. In grober Annäherung kann eine Resorptionsrate von Plutonium mit der Nahrung von 0,05% angegeben werden. Nach Resorption von Plutonium über den Magen-Darm-Trakt wird Plutonium im Körper verteilt und dort vorrangig in Knochen und in der Leber konzentriert.Das Krebsrisiko von Plutonium mit der Atemluft im Vergleich zur Inkorporation durch die Nahrung ist in Abhängigkeit von der chemischen Form 100-1000 Mal größer.Die Verweilzeit von inkorporiertem Plutonium im Knochen beträgt etwa 50 bis 100 Jahre und in der Leber 20 bis 40 Jahre.

Herzschrittmacher

Die Strahlenexposition durch die Direktstrahlung des in Deutschland am häufigsten implantierten Herzschrittmacher-Modells beträgt in 50 cm Abstand ca. 0,1 Millisievert pro Jahr durch Plutoniumbatterien.

Nur sehr geringe Mengen Plutonium (PuO2) des Schrittmachers können über die Abluft des Krematoriums in die Umwelt gelangen. Die Strahlenbelastung, der eine Einzelperson dabei ausgesetzt sein könnte, liegt unterhalb von einem Millisievert (effektive Dosis).

Nahrungsmittel:

Als Faustregel gilt, dass die Aufnahme von 80 000 Bq Cs-137 mit Lebensmitteln bei Erwachseneneiner Strahlenexposition von etwa 1 Millisievert (mSv) entspricht.

Der Richtwert der deutschen Trinkwasserverordnung liegt bei 100 Mikrosievert (µSv) pro Jahr.
Die Betastrahlung liegt bei 200 000 - 900 000 Bq/m², in der Nahrung Jod 131 bei 55 000 Bq/kg Spinat z.B., japan.Grenzwert liegt bei 2000Bq/kg (Quelle:Pflugbeil, S., Email 23.3.2011)
Wer für sichpersönlich die Strahlenbelastung so gering wie möglich halten möchte, sollte deshalb auf den Verzehrhoch kontaminierter wilder Waldpilze verzichten.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (sehr konservative Gesellschaft) rät aber auch aus anderen Gründen, den Verzehr vonWildpilzen auf 250 g pro Woche zu beschränken: Sie können mit Schwermetallen wie Blei,Quecksilber und Cadmium angereichert sein.

Bezüglich Mineralwasser hat natürlich vorkommendes Uran hat eine spezifische Alpha-Aktivität von etwa 25.000 Bq je Gramm Uran. Die spezifische Alpha-Aktivität von abgereichertem Uran (0,2% Uran-235, 0,001% Uran-234) liegt bei etwa 15.000 Bq je Gramm Uran.
In Deutschland ist in der Altersgruppe der 20- bis 54-jährigen Männer von jährlich etwa 4 tödlichen Leukämiefällen pro 100.000 Personen auszugehen. Ähnliche Zahlen gelten auch für Italien.

Medizin:

Durchschnittliche erhält jeder Dialysepatient eine Bestrahlungsdosis von 1000 Thoraxröntgenaufnahmen pro Jahr. CTs machen 19% aller radiologischen Untersuchungen aus, sind aber für 76% der Gesamtstrahlendosis verantwortlich (Brambilla,M.,J.Am.Soc.Nephr, Feb.2011).
Medizinische Untersuchungen wie das Röntgen verursachen für jeden Deutschen im Schnitt eine Belastung von rund 2mSv. Die Belastung durch Atomkraftwerke ist dem Bundesamt für Strahlenschutz zufolge extrem gering. Nach Angaben von 2009 liegt sie bei unter 0,01 mSv.
Die Bevölkerung in Deutschland darf durch die Nutzung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung mit maximal 1mSv pro Jahr belastet werden. Menschen, die beruflich mit Radioaktivität zu tun haben - wie Mitarbeiter eines Atomkraftwerks - dürfen nach der Strahlenschutzverordnung höchstens 20mSv pro Jahr ausgesetzt sein. Unter außergewöhnlichen Umständen kann die zuständige Behörde bestimmte höhere Grenzwerte zulassen.


Dr. Peter Germann, Köhlerstr. 14, 67549 Worms, T.06241/58437, dr.peter.germann@web.de

28. Dezember 2010

Fahrplan für 2011



Atomkraftwerke abschalten – keine Laufzeitverlängerung

Der erste Montagsspaziergang im Jahr 2011 wird am 28. Februar sein. Der Abschluss der Montagsspaziergänge ist für den 25. April 2011 geplant. Ein Tag bevor sich der Super Gau von Tschernobyl zum 25. Mal jährt. Zu diesem traurigen Jubiläum ist eine größere Veranstaltung gegen die aktuelle Energiepolitik geplant.

Ab 28. Februar 2011 heißt es wieder

*** jeden Montag, um 17:30 Uhr***
*** Treffpunkt: Vor dem Hauptbahnhof Worms (Osteingang)***


Bringt Familie, Freunde und Kolleginnen mit und zeigt unseren Politikerinnen und Politikern mit Transparenten, Pfeifen, Trommeln oder Tröten lautstark und unübersehbar, was Ihr von der Atom- und Klimapolitik haltet.

Bitte leitet diesen Aufruf an alle eure Bekannten und Freunde weiter!

Ein Tip

Eine sehr guter Beitrag zum Thema Laufzeitverlängerung und Atompolitik der schwarz-gelben Regierung.
ZDF-Frontal21-Dokumentation: "Der große Bluff - Die falschen Versprechen der Atompolitik" (Sendung vom 13.07.2010).

Ein paar Bilder von den Montagsspaziergängen






















Ob bei Tageslicht oder im Dunkeln, ob bei Sonne oder bei Regen oder bei Schnee, die Montagsspaziergänger sind unterwegs!

27. Dezember 2010

Gedichte von Erich Kästner und Protestsongs



Erich Kästner - Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mir allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrigläßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

Erich KästnerMaskenball im Hochgebirge

Eines schönen Abends wurden alle
Gäste des Hotels verrückt, und sie
rannten schlagerbrüllend aus der Halle
in die Dunkelheit und fuhren Ski.

Und sie sausten über weiße Hänge.
Und der Vollmond wurde förmlich fahl.
Und er zog sich staunend in die Länge.
So etwas sah er zum ersten Mal.

Manche Frauen trugen nichts als Flitter
Andre Frauen waren in Trikots.
Ein Fabrikdirektor kam als Ritter.
Und der Helm war ihm zwei Kopf zu groß.

Sieben Rehe starben auf der Stelle.
Diese armen Tiere traf der Schlag.
Möglich, daß es an der Jazzkapelle -
denn auch die war mitgefahren - lag.

Die Umgebung glich gefrornen Betten.
Auf die Abendkleider fiel der Reif.
Zähne klapperten wie Kastagnetten.
Frau von Cottas Brüste wurden steif.

Das Gebirge machte böse Miene.
Das Gebirge wollte seine Ruh.
Und mit einer mittleren Lawine
deckte es die blöde Bande zu.

Dieser Vorgang ist ganz leicht erklärlich.
Der Natur riß einfach die Geduld.
Andre Gründe gibt es hierfür schwerlich.
Den Verkehrsverein trifft keine Schuld.

Man begrub die kalten Herrn und Damen.
Und auch etwas Gutes war dabei:
Für die Gäste, die am Mittwoch kamen,
wurden endlich ein paar Zimmer frei.

Erich Kästner - Das letzte Kapitel

Am zwölften Juli des Jahres zweitausenddrei
lief folgender Funkspruch rund um die Erde:
daß ein Bombengeschwader der Luftpolizei
die gesamte Menschheit ausrotten werde.

Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest,
daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften,
sich gar nicht anders verwirklichen läßt,
als alle Beteiligten zu vergiften.

Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck,
nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben.
Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck,
man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.

Am dreizehnten Juli flogen von Boston eintausend
mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort
und vollbrachten, rund um den Globus sausend,
den von der Weltregierung befohlenen Mord.

Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.
Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.
Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.
Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.

Jeder dachte, er könne dem Tod entgehn,
keiner entging dem Tod und die Welt wurde leer.
Das Gift war überall, es schlich wie auf Zehn.
Es lief die Wüsten entlang, und es schwamm übers Meer.

Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.
Andere hingen wie Puppen zum Fenster heraus.
Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben.
Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.

Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten.
Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.
Die Flugzeuge irrten mit tausend toten Piloten,
unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.

Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.
Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.
Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte
völlig beruhigt ihre bekannte elliptische Bahn.

Erich Kästner - Das Eisenbahngleichnis

Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug
und keiner weiß, wie weit.

Ein Nachbar schläft; ein andrer klagt;
ein Dritter redet viel.
Stationen werden angesagt.
Der Zug, der durch die Jahre jagt,
kommt niemals an sein Ziel.

Wir packen aus, wir packen ein.
Wir finden keinen Sinn.
Wo werden wir wohl morgen sein.
Der Schaffner schaut zur Tür herein
und lächelt vor sich hin.

Auch er weiß nicht, wohin er will.
Er schweigt und geht hinaus.
Da heult die Zugsirene schrill.
Der Zug fährt langsam und hält still:
die Toten steigen aus.

Die erste Klasse ist fast leer.
Ein feister Herr sitzt stolz
im roten Plüsch und atmet schwer.
Er ist allein und spürt das sehr
Die Mehrheit sitzt auf Holz

Wir reisen alle im gleichen Zug
zur Gegenwart in spe.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und viele im falschen Coupé !

13. Dezember 2010

Kaspertheater gegen Laufzeitverlängerung!


Auch am letzten Montag waren bei kaltem aber trockenem Wetter ca. 150 Menschen auf der Straße um gegen die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.

Den Abschluss gestaltete die "Grüne Jugend Worms". Die politisch engagierten jungen Leute zeigten in einem schönen Puppenspiel viele Facetten der Energiepolitik. Wo kommt das Uran her. Unter welchen Bedingungen wird es abgebaut. Wir funktioniert Atomspaltung. Warum ist Atomenergie so gefährlich. Welche Alternativen gibt es. Wie können wir Energie sparen. Und warum sollen wir unseren Strom von Unternehmen beziehen, die auf regenerative Energien setzen.

Die ganze komplizierte Materie kindgerecht dargeboten - das war eine super Leistung und hat nicht nur die Kinder begeistert.

6. Dezember 2010

Rede von Dr. Ullrich Oelschläger vom 06.12.2010


Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Mitstreiter!

Brückentechnologie, so wird Kerntechnologie gemeinhin genannt, und dies ist der Sprachgebrauch in allen politischen Lagern von der CDU über die FDP, die SPD und die Grünen bis hin zur Linkspartei. Strittig scheint nur, wie lang die Brücke sein muss oder sein darf! "Als Brücken gelten alle Überführungen eines Verkehrsweges über einen anderen Verkehrsweg, über ein Gewässer oder tieferliegendes Gelände, wenn ihre lichte Weite zwischen den Widerlagern 2 m oder mehr beträgt", lautet die Definition von Brücke in einem bekannten Lexikon. 2 m oder mehr, aber von lichter Weite ist die Rede. Vorausgesetzt ist doch wohl, dass diese Weite überschaubar bleibt, man das andere Ufer sehen kann. So kann eine Brücke über die Pfrimm führen, über den Rhein, über den Bosporus sogar zwei Erdteile verbinden, aber die verbundenen Teile bleiben von der jeweils anderen Seite so überschaubar wie die Zeit für ihre Überquerung berechenbar! Brücken können nicht ins Unermessliche führen, eine Brücke über den Ozean wird nicht tragen können, sondern schon bei ihrem Bau zusammenbrechen. Auch wenn eine Brücke zu lang wird, wird sie eines Tages nicht mehr tragen und wir werden alle ins Wasser fallen.  So kommt es mir vor, wenn der mühsam zustande gekommene Atomkonsens von 2000 bzw. 2002, von der schwarz-roten Koalition nicht angetastet, nun umgestoßen wird, die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert werden sollen. Ich stehe hier nicht als Politiker, der irgendeine Stimmung gegen die Regierung oder welche politische Kraft auch immer bedienen möchte, ich stehe hier als Christ und engagierter Repräsentant der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem es um die Einhaltung ethischer Standards geht. Nicht zuletzt geht es um das Vertrauen in die Politik, um das Vertrauen in die Verantwortungsträger. Solches Vertrauen wird nicht gerade gestärkt, wenn der ausgehandelte Kompromiss mit seiner komplizierten Berechnung von Restlaufzeiten - für radikale Atomkraftgegner ohnehin "wässrig" genug - nun noch einmal verwässert wird, Laufzeiten auch für risikoreiche Anlagen verlängert werden. Worauf können wir uns denn noch verlassen?Zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, uns in der Tradition des Philosophen René Descartes als Subjekt dem verfügbaren Objekt Natur gegenüber zu sehen, nicht als von ihr abhängiger Teil. Die gute Schöpfung Gottes ist unserer Pflege übergeben, wir sollen den Garten bebauen und bewahren, das bedeutet: wir sollen verantwortungsvoll "herrschen" in der Natur, sie nicht zerstören, deshalb dürfen wir nicht mit dem Feuer spielen, indem wir uns einer risikoreichen Technologie aussetzen, deren Restrisiko wohl auch der ihr gegenüber Bedenkenloseste kaum bestreiten kann. Wenn unsere Atomkraftwerke auch angeblich sicherer sind als viele unserer Nachbarn, die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls steigt mit der Länge der Laufzeiten, das könnte man auch mit den Mitteln der Wahrscheinlichkeitsrechnung zeigen. Bis heute ist das Problem der Endlagerung des anfallenden Mülls nicht gelöst, und das würde sich noch einmal verstärken, würden wir auf Kernenergie wegen ihres geringeren CO2-Ausstoßs als sauberer und umweltfreundlicher Variante zu der aus fossilen Brennstoffen gewonnenen setzen. So bräuchten wir nach einer Berechnung des Umweltbeauftragten der EKD weltweit 10 mal so viele Reaktoren wie heute, um lediglich 25% der derzeitigen Treibhausemissionen zu ersetzen. Das ist der falsche Weg, richtig - und das haben alle genauso gut erkannt wie die Tatsache, dass Kernkraftwerke nur eine Brückentechnologie sein können - richtig ist es, auf erneuerbare Energien zu setzen. Das wollen alle, aber dann tut es auch, fangt an und bremst die Entwicklung nicht durch Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke und Kürzung der Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien aus. Der international anerkannte Klimaforscher Mojib Latif hat ein Buch verfasst mit dem Titel "Warum der Eisbär einen Kühlschrank braucht". Jeder sollte es einmal lesen, um deutlich zu erkennen, dass der Atomausstieg zwar eine notwendige energiepolitische Maßnahme ist, aber nicht die einzige bleiben darf. Jeder ist gefragt, energiepolitisch zu handeln und z.B. durch Verzicht seinen Beitrag zur energiepolitischen Wende zu leisten: So ruft die evangelische Propstei Rheinhessen dazu auf, in der bevorstehenden Fastenzeit möglichst auf das Auto zu verzichten, so hat die EKHN einen Ökofond errichtet und ein ökologisches Bauprogramm beschlossen, die Zentrale Pfarreivermögensverwaltung der EKHN erstellt Photovoltaikanlagen. Wir könnten z.B. auch darauf verzichten, zu Weihnachten Erdbeeren zu kaufen, alles Beispiele dafür, was man tun kann, wenn es auch noch so wenig ist, sicher kann  es noch mehr werden, aber fangen wir doch zumindest mal an! Die diesjährige 52. Aktion von "Brot für die Welt", für die in den evangelischen Gottesdiensten am Heiligen Abend wieder gesammelt wird, hat sich auch dem Klimaschutz gewidmet, da die Veränderung der klimatischen Bedingungen die Ernährungslage gerade ärmerer Völker massiv verschlechtert. "Die Zukunft unserer Welt wird allen Völkern gemeinsam sein - oder sie wird sich als eine sehr unwirtliche Zukunft erweisen!" hat der Komponist Leonard Bernstein einmal gesagt. Es wird Zeit etwas zu tun, fangen wir mit dem Ausstieg aus der Kernenergie an, wie ihn die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland bereits 1987 gefordert hat. Sie hat diese Auffassung 1998, 2006 und 2008 bestätigt. Unterstützen wir diese Forderung!Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.Ulrich Oelschläger

30. November 2010

Rede von Professor Dr. Tirmiziou Diallo vom 29.11.2010


Der Beitrag, den Sie heute hören werden, soll doch ein bisschen über die Grenzen von Worms, ja von Deutschland und Europa hinaus gehen. Es soll ein Beitrag sein, der den Anspruch erhebt, unser Bewusstsein zu erweitern. Wir leiden oft über einen mehr oder weniger gravierenden geistigen und politischen Provinzialismus. Die Welt ist größer und die Erfahrungen der Menschheit vielfältiger, tiefgreifender und weitaus reichhaltiger als man im Allgemeinen wissen will.
Es geht mir nicht darum, Sündenböcke für das allgemeine Unbehagen, das dem Montagsmarsch zugrunde liegt, zu suchen und zu benennen, sondern zu versuchen die Aufmerksamkeit derjenigen, die nach einer friedlichen und sicheren Weltordnung streben, auf die eigentlichen Ursachen für das wogegen Sie legitimerweise kämpfen, zu lenken.
Was die wenigsten von Ihnen wissen, ist die Tatsache, dass die heutigen Atomgegner, ihre Vorläufer in der uns bekannten Geschichte vor etwa 200 Jahren in Australien finden, nämlich die Ureinwohner, die in der modernen Geschichtsschreibung unter den Namen Aborigenes eingegangen sind. Es wird berichtet, dass nachdem die Engländer Australien eroberten und die Urbevölkerung fast ausgerottet hatten, sie mit der Erkundung und Eroberung der Natur begannen. Dazu brauchten sie die Ureinwohner als Pfadfinder und Träger. Als es darum ging, einen der Berge im Inneren des Landes zu besteigen und zu erkunden, weigerten sich die Ureinwohner zu diesem Berg hinzugehen. Darauf hin fragten die Engländer nach dem Grund. Die Antwort war „wir gehen nicht, da der Tod dort wohnt“. Die Englander wurden wütend, schalten sie als primitive und abergläubische Menschen aus und zwangen sie, nachdem sie einige der Ureinwohner getötet hatten, mitzugehen. Der Clou der Geschichte ist, dass jener Berg riesige Uranvorkommen in sich barg, die eine massive natürliche radioaktive Strahlung abgaben. Ohne je einen Geigerzähler gekannt zu haben, wussten die Ureinwohner von dieser todbringender Strahlung, die man weder sehen, riechen, hören, schmecken oder fühlen kann. Als moderner Mensch wird man sich sicherlich fragen, woher diese primitiven Menschen diese Kenntnisse hatten. Es ist anzunehmen, dass diese Ureinwohner, ähnlich wie viele andere Völker der Welt, sich als Teil der Natur verstanden haben und daher auch einen grossen Respekt vor dem, was wir heute Natur nennen, hatten. Wichtig für uns ist – so scheint es mir – sich zu fragen woher es kommt, dass die moderne Zivilisation die Trennung, bzw. die Spaltung zur Grundlage ihres Denkens und Handelns erkoren hat. So führt diese Spaltung, bzw. die Trennung von Mensch und Natur, die Trennung von Geist und Körper usw. zwangsläufig zur Atomspaltung hin. Fing es damit an, dass eine wesentliche Stelle in der Bibel dahingehend geändert wurde, als es dann heisst: „macht Euch die Erde untertan“. I. Buch Moses 28, wo es früher hiess: „Pflegt Euren Garten“? Während der Satz „Macht Euch die Erde untertan“ zwei gegensätzliche Auslegungen zulässt, ist die Aufforderung. „Pflege Deinen Garten“ recht eindeutig. Hier kann man allenfalls sich fragen, worauf sich „Dein Garten“ bezieht. Handelt es sich um den Menschen in seiner Ganzheit, oder um das was wir die äussere Natur nennen? Vom traditionellen Denken her handelt es sich um zwei Ebenen des Lebens, die zwar unterschiedlich sind, sich aber nicht gegenseitig ausschliessen. Mensch und Natur bilden eine Einheit, die es zu bewahren gilt.

25. Oktober 2010

Kauzeitverlängerung statt Laufzeitverlängerung!


Ein Beitrag von illig & illig. Weitere Infos unter www.kuprog.net.

Kauzeitverlängerung statt Laufzeitverlängerung!

Wir verteilen Kaugummis verbunden mit der Aufforderung diese durchzukauenund dann Kaugummiblasen platzen zu lassen . . .

Was haben Kaugummis mit Atomkraftwerken zu tun?
Das klingt doch absurd! Das ist auch absurd.

Und gar eine Kauzeitverlängerung? Das wäre noch viel absurder,
sofern es eine Steigerung des Wortes absurd gäbe.

Übertroffen werden kann diese absurde Absurdität allerdings noch durch eine
Laufzeitverlängerung. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter. Statt einer
Laufzeitverlängerung verlangen wir eine Kauzeitverlängerung!

Strom hat ja mittlerweile auch eine Farbe, wie wir durch die Werbeindustrie
gelernt haben. Er ist manchmal gelb, oder aber orange oder blau, genauso wie
unsere Kaugummis. Manche behaupten sogar sie hätten auch grünen Strom im
Angebot. Allerdings stehen bei unseren Kaugummis die Zusatzstoffe auf der
Packung. Beim Strom erfahren wir ja nicht so genau was da alles drin ist,
bzw. wo er herkommt . . .

Etwas durchkauen bedeutet ja auch:
Nicht einfach Augen zu und durch, so wie man bisher Energiepolitik auf Kosten
der Umwelt und der zukünftigen Generationen gemacht hat.

Die Atomwirtschaft hat mittlerweile ein ernsthaftes Laufzeitproblem.
Ihre Laufzeit ist schon längst abgelaufen. Die vielleicht irgendwann einmal
vorhandene Legitimation für den Bau und Betrieb von Atomkraftwerken ist
aufgrund der nicht gelösten Endlagerung endgültig abgelaufen

Die ewige wiedergekaute Vertröstung auf sichere Endlager ist geplatzt wie
Kaugummiblasen. Und je länger man einen Kauuuuuugummi kaut, desto zäher
und geschmackloser wird es ja dann auch . . .

Denken Sie aber an die Bilder von den wahllos hingekippten Fässern im
Salzstock von Gorleben. Gehen SIE bitte mit den durchgekauten Kaugummis
nicht so sorglos um wie die Atomindustrie mit den Atommüllfässern in Gorleben

Also bitte die Kaugummis nicht einfach ausspucken und wegwerfen!
Das führt zu Umweltschäden!

Bitte entsorgen Sie diesen Zivilisationsmüll sorgfältig in der dafür vorgesehenen
Restmülltonne, sonst haben wir überall in der Stadt diese hässlichen Placken
festgetretenen Kaugummi, die uns ewig an Atomkraftwerke erinnern werden
und BEIDES wollen wir doch alle nicht, oder? Dann doch lieber
Kauzeitverlängerung . . .



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