Newsletter BUND Kreisgruppe Worms - 02/2013

Liebe Freundinnen und Freunde des BUND,

nachfolgend die zweite Ausgabe unseres Newsletters.Wir hoffen er gefällt euch und Ihr habt viel Spaß beim Lesen.
Für Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind wir dankbar.

Die Ankündigung der Ausstellung im Ämterhaus anläßlich des 40-jährigen Bestehens des BUND Landesverbandes Rheinland-Pfalz kommt leider etwas spät.
Wir bitten dies zu entschuldigen -Termine, Termine, Termine ;-)

Herzliche Grüße aus Worms
 Uli Weiß

für die Newsletter-Redaktion 

40 Jahre BUND Rheinland Pfalz


Am 20.April feierte der BUND Landesverband Rheinland-Pfalz in Mainz sein 40-jähriges Bestehen. Etwa 180 BUND-Aktive und geladene Gäste blickten auf die Geschichte des BUND Rheinland-Pfalz zurück, diskutierten aber auch die für den Umwelt- und Naturschutzverband aktuellen Themen.

Entstanden war der Vorläufer des BUND Rheinland-Pfalz 1973 als Zusammenschluss von Bürgerinitiativen im südlichen Rheinland-Pfalz. Schwerpunkt war damals u.a. der Kampf gegen den Bau einer Ölraffinerie in Worms. Dieser konnte verhindert werden, wie auch so manches weitere Natur- und landschaftszerstörende Projekt in den vergangenen 40 Jahren.

Eine weitere Wurzel des Verbandes liegt in einem 1976 gegründeten Verein, der sich den Widerstand gegen das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich zum Ziel gesetzt hat. Der nicht ganz einfache Zusammenschluss beider Verbände führte im Ergebnis zu einem landesweit agierenden, schlagkräftigen Verband.

Anlässlich des Jubiläums wurde die Geschichte des Verbands, die eng mit Worms und dem südlichen Wonnegau verbunden ist, aufgearbeitet und in einer Wanderausstellung dargestellt. Diese zeigt wichtige historische Ereignisse, Erfolge, Niederlagen und prägende Personen des BUND Rheinland-Pfalz. Es wurde die bisher umfassendste Verbandsgeschichte eines Naturschutzverbandes in der Bundesrepublik Deutschland erarbeitet. Der Anschluss des historischen Diskurses an die aktuelle Diskussion war dabei ein wichtiges Ziel.

Die Ausstellung wandert in diesem Jahr durch ganz Rheinland Pfalz und wird auch in Worms zu sehen sein. Im Zeitraum vom 7. Mai bis zum 21. Mai 2013 kann die Ausstellung im Ämterhaus, Adenauerring 1, besichtigt werden.
Neben der Ausstellung wurde die Geschichte des BUND Rheinland-Pfalz auch auf einer  DVD dokumentiert. Die meisten Inhalte der DVD stehen im Internet unter www.bund-rlp.de/jubilaeum.

Erlebnistag Hoher Stein


Am 9. Juni veranstaltet das Bündnis Hoher Stein einen Erlebnistag am Flurstück Hoher Stein oberhalb von Worms-Heppenheim.

Ziel der Bürgerinitiative ist es, ein geplante Industrie- und Logistikzentrum auf diesem Gebiet zu verhindern.

Los gehts um 11.00. Neben einem Feldgottesdienst gibt es zahlreiche Aktionen rund um das 140 Hektar große Areal. So wird es Traktorrundfahrte um das Gelände geben und auch eine Menschenkette ist geplant. Für Essen und Trinken aus lokaler Produktion ist gesorgt.

Alle BUND-Mitglieder sind herzlich eingeladen. Wer die Veranstaltung aktiv als Helfer unterstützen möchte, kann sich unter der E-mail michael.leukam@web.de melden.

Insektenhotel bei Hoffest gebaut



Rund 30 Kinder habe gemeinsam mit Helfern des Weingutes Grünewald Schnell am 1. Mai beim traditionelle Hoffest des Horchheimer Winzers ein stattliches Insektenhotel errichtet.

Mit dabei auch Michael Leukam und Iris und Uli Weiß von der BUND-Gruppe Worms. Sie halfen mit Rat und Tat, so dass das Insektenhotel am Abend fast schon Richtfest feiern konnte.

Aufgestellt wird es von Richard Grünewald in den nächsten Tagen auf einem seiner Weinberge. Freuen wird es nicht nur die Wildbienen und Co. - auch die Kinder hatten viel Spaß.

Mutter Erde - ein vergessenes Geschenk der Natur


Bei der aktuellen Diskussion zum Gewerbe- und Industriepark am Hohen Stein wird seitens der Gegner immer wieder auf den Verlust des sehr guten Ackerbodens hingewiesen. "Ein lapidarer Hinweis dessen Bedeutung man doch mal etwas näher betrachten sollte. Erst dann wird am die Tragweite des geplanten Vorgehens bewusst!" so Uli Weiß von der BUND Kreisgruppe Worms.

"Rettet die Böden!" haben 400 Regierungsvertreter, Wissenschaftler und NGOs aus 60 Ländern auf Einladung von Klaus Töpfer vom Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) im November 2012 in Berlin gefordert. Als Folge der weltweiten Verstädterung werden Agrarflächen bebaut, versiegelt, vergiftet. Entwaldung, Monokulturen und der Missbrauch von Agrarchemikalien lassen laut der Welternährungsorganisation FAO jedes Jahr 24 Milliarden Tonnen Erde verwehen. Allein in den letzten 50 Jahren hat sich die nutzbare Landfläche pro Kopf der Weltbevölkerung um die Hälfte verringert.

"Dabei erfordert es fünf Jahrhunderte – 500 Jahre! –, bis sich zwei, drei Zentimeter fruchtbarer Humus neu bilden können." so Dieter Arnold, Mitglied im BUND. Gerade der Boden müsste Politiker und Bürger also lehren, langfristig zu denken. "Der braune bis dunkelbraune nährstoffreiche Ackerboden resultiert ursprünglich aus Gesteinen, die in verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen gebildet wurden. In Mitteleuropa gelangte vor ca. 20 000 Jahren die Vergletscherung von Norden her bis in den Frankfurter Raum und von Süden bis in den heutigen Münchener Raum. Die letzte Bodenbildungsphase verlief im Verlauf der letzten 10.000 Jahre, also nach der letzten Eiszeit. Durch den mehrere tausend Meter hohen Eispanzer und die ständige Gletscherbewegung wurde das untenliegende Lockergestein zu einem feinkörnigen Substrat zermahlen. Dieses wurde im Verlauf der nacheiszeitlichen Klimaerwärmung durch Wasser (Abschwemmmassen in Form von Ton und Lehm) und Wind (in Form von Löß) in unserem Raum verfrachtet.

Durch die nacheiszeitliche relativ hohe Temperaturentwicklung und durch den Einfluss von Stau- und Grundwasser entstanden chemische Prozesse, die letztlich in schon entwickelten Waldregionen die Bodenentwicklung leisteten. Der Höhepunkt der mitteleuropäischen Klimaerwärmung war im frühen Atlantikum vor ca. 7.000 Jahren, einer Epoche, in der die Bodenbildungsprozesse schon weitestgehend abgeschlossen waren. Zeitgleich lassen sich auch die Ansiedlungen der so genannten Bandkeramikerkultur und deren Ausbreitung von Ackerland im Oberrheingraben nachvollziehen.

Man kann sagen, dass ohne die Bodenbildung keine Ackerbodenentwicklung und folglich die menschliche Entwicklung in unserem Raum nicht möglich gewesen wäre. Ackerboden war wie Trinkwasser ein Geschenk der Natur und ein Segen für die damaligen Menschen. Unter den ökonomischen Zwängen unseres heutigen ständigen Wachstums werden dagegen auch wertvollste Ackerflächen kurzsichtig immer weiter dezimiert und stehen so der Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Bodenmasse wird durch Abtragung und Entsorgung bei Bauvorhaben zu Abfall, der wertvolle Boden ist für immer verloren. Verschwundene Ackerböden können nicht ausgeglichen werden." so Arnold weiter.

Weitere Infos zum Thema http://www.globalsoilweek.org/

Die nächsten Termine

26. Mai 10:30 - 14:00

"Veganer Brunch" im Umwelthaus. Mehr unter tiny.cc/vgnbrunch

06. Juni 19:30 - 21:30
"Runder Tisch" der BUND Kreisgruppe Worms. Wir treffen uns im Umwelthaus im Erlebnisgarten.

09. Juni ab 10:30
Erlebnistag Hoher Stein - das Bündnis Hoher Stein veranstaltet einen Erlebnistag am Flurstück Hoher Stein. Weitere Infos ...

11. Juni 16:00 - 18:00
Abenteuer an der Pfrimm - Die BUND-Kindergruppe und alle interessierten Kinder im Alter von 6-11 Jahren machen einen Ausflug zur Pfrimm nach Leiselheim. Den Ausflug gestaltet und leitet Andrea Martin (Tel. 06243 - 905499).

04. Juli 19:30 - 21:30
"Runder Tisch" der BUND Kreisgruppe Worms. Wir treffen uns im Umwelthaus im Erlebnisgarten.

24. August
Exkursion der BUND Kresigruppe Worms. Nähere Infos folgen.

05. September 19:30 - 21:30
"Runder Tisch" der BUND Kreisgruppe Worms. Wir treffen uns im Umwelthaus im Erlebnisgarten.